Diagnose Rosazea und was nun?

Der Anfang.

Startet man einen rigorosen Zuckerverzicht ohne Vorgeschichte? Nicht unbedingt, aber ich habe eine. Sie nennt sich Rosazea und der Weg bis zur Diagnose war weit. Mit ca. 30 Jahren, so um 2006, zeigten sich erste rote Flecken im Gesicht. Cortisonsalbe sollte es richten, so die ärztliche Meinung. Das ging dann fast 10 Jahre so. Immer, wenn Rötungen kamen: wieder Cortison. 2015 wurde es stärker, kurze Zeit später kamen Pusteln hinzu, die wieder verschwanden. Ab Beginn 2017 zeigten sich Pusteln auf der Stirn, die nicht mehr verschwanden. Wieder einen neuen Arzt aufgesucht. Der Besuch dauerte nur ein paar Minuten. Aber immerhin hatte ich nun endlich eine Diagnose: Rosazea. Und ich hatte 2 Salben verschrieben bekommen. Die Diagnose immerhin freute mich. Konkrete Aussage – da muss man doch was mit anfangen können. Es gingen wieder Monate ins Land. Es wurden zum Schluss vier verschiedene Salben. Keine half.

Die Wendung.

Am 06.06.2017 sah ich einen Beitrag der Ernährungs-Docs. Eine Rosazea-Patientin wurde behandelt. Diese sollte konsequent auf Zucker, Weizen, Milch und vieles mehr verzichten. Es half bei ihr. Einen Tag später erstellte ich meinen Plan. Was kann ich essen, was haben wir im Haus? Am Folgetag stellte ich radikal um. Radikal? Klingt jetzt pathetisch, war aber tatsächlich so, alles weg, was weg muss. Ernährung gemäß der Vorgabe der Ernährungs-Docs. Seit der Rosazea-Diagnose führte ich genau Buch was wie wirkt. So konnte ich hier schon nach wenigen Tagen (!) einen Erfolg verzeichnen. Die Rosazea ging zurück. Natürlich war es ein gewisses auf und ab, jedoch mit der stetigen Tendenz zu Null. Ab dem 18.09., also drei Monate später, hatte ich den Mut alle Cremes abzusetzen. Seitdem ist nichts mehr zu sehen. Durch eine Umstellung der Ernährung! Nicht durch die vielen Salben, die immerhin ausgebildete Ärzte empfahlen. Interessant.

Back to the roots.

Die Rosazea verschwand. Sogar die Hautärztin konnte mit der Lupe keine Anzeichen mehr erkennen. Freunde und Kollegen kamen mir entgegen. „Wie hast Du das gemacht?“. „Hast abgenommen und siehst so frisch aus.“. Aus Unterhaltungen erfuhr ich, dass andere interessiert sind und vor allem: Wie wenig über die Ernährung, die die Basis von allem ist, doch bekannt ist. Dementsprechend habe ich beschlossen meine Erfahrungen auf YouTube und Instagram, unter dem Account Zuckerfreifit, zu teilen. Wenn die Lebensmittel krank machen, dann ist doch was absolut grundlegendes falsch, oder?! Und vor allem, wenn es so einfach ist es zu ändern.

In meinen Augen ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten und Widerstand gegen die Zuckerlobby & Lebensmittel-Chemie sowie den Unwillen seitens politischer Entscheider hier für Wissen oder Regularien (z.B. die Lebensmittelampel wurde lange blockiert) zu sorgen. Als seinerzeit die Lebensmittelampel durchgesetzt werden sollte schrieb ich jemanden von der Lebensmittellobby an. Tatsächlich erhielt ich Antwort. 5 Megabyte PDF. Dokumente und nach zwei Wochen Rückfrage, ob ich noch Fragen hätte! Das bei einer beliebigen Einzelperson! Die ziehen alle Register. Da hilft nur Basisarbeit. Ernährung ist ein fantastisches und komplexes Thema. Es gibt kein wirkliches richtig oder falsch. Jeder kann Pionier sein und für sich den besten Weg finden. Meine Überzeugung ist, wenn wir uns den Ursprüngen zuwenden, deutlich mehr um die Ernährung kümmern, dann haben alle was davon. Wer denkt heute noch bei der Wurst an der Theke an das Tier? Back to the roots eben. So, wie sich Jäger und Sammler ernährten, das kann so falsch nicht sein. Kann man sogar nachlesen bei Dr. Robert H. Lustig in „Die bittere Wahrheit über Zucker“.

Der Weg.

Meine Vorgehensweise ist relativ simpel: Ich verzichte unter anderem auf Weizen, Milch und Kuhmilchprodukte, Fleischprodukte sowie insbesondere jegliche Form von zugesetztem Zucker oder Ersatzstoffen. Das schließt Stevia, Xylit, Erythrit ebenso ein wie Agavendicksaft, Honig und dergleichen. Tatsächlich kann man so über 90% der im Supermarkt angebotenen Produkte nicht mehr kaufen. Das sollte zu denken geben. Gerne nutze ich einige wenige Früchte wie Datteln oder Bananen, um eine leichte Süße zu erreichen. Ich lernte, dass man für Apfelmus oder Ketchup keinesfalls Zucker benötigt. Von Natur aus sind die Früchte so lecker, dass jeder Zusatz unnötig ist. Ich lernte auch die Zusammenhänge zwischen Ballaststoffen sowie der natürlichen Süße in den Früchten (und warum Smoothies eben nicht so gut sind wie gedacht). Kurzum: Das Thema ist enorm vielschichtig. Auch Brot kaufen ist regelrecht spannend. Sogar in Dinkelbrot ist oft „Weizenkleber“. Warum eigentlich? Oder es genoss kaum Zeit zum Reifen, was es unbekömmlicher macht (Stichwort FODMAPs). Entsprechend backen wir ausschließlich selber – auch im Urlaub nehme ich etwas mit. Großartig ist die Reaktion auf Feiern, Festen und dergleichen. In jeder Gaststätte bemüht man sich etwas zu finden und besser noch: Mitunter entwickeln sich Gespräche und die Küche freut sich regelrecht durch den Spezialfall wieder ursprünglich zu kochen (wie es eigentlich die Regel sein sollte). Täglich lerne ich neue Dinge über Ernährung. Lasst uns alle mehr lernen, nachhaltige Landwirtschaft schätzen und großartige Bio-Höfe unterstützen. Die Gesundheit, die Tiere, die Landschaft und die Gesellschaft wird es uns allen danken – das ist unbezahlbar!

 

#zuckerfreieweltherrschaft – Hauke von Zuckerfreifit (Instagram)

2 Comments

  1. Hauke

    Servus Claudia.
    Das ist so ein Drama, dass es schon die Kleinsten erwischt. Im Umfeld beobachte ich indes, wie unvorteilhaft sich Erwachsene verhalten (können). Da sorgt sich die Mutter um gute Ernährung, der Vater indes schleppt Chips und Schokolade ran… Da sind die Kinder nicht motiviert, von sich aus was zu ändern – woher auch.
    Umso wichtiger ist es, Menschen wie Dich zu haben, die in solchen Momenten größter Not (Krankenhaus) auch nachhaltige, sogar kostengünstige Methoden ohne Medikamente aufzuzeigen – „einfach“ die Ernährung umstellen. Das muss wirklich nicht teuer sein.

    Ich schreibe immer von ‚zuckerfrei‘ – tatsächlich umfasst es viel mehr (zuckerfrei ist der Anfang, doch Entzündungen werden durch viele Ungleichgewichte getriggert). So z.B. das Omega 3 zu 6 Missverhältnis (ich lasse alles weg, wo z.B. Sonnenblumenöl drin ist, Omega 6 ist per se nicht schlecht, aber das Missverhältnis machts. 1:1 bis 1:4 sollte es sein. Wir haben 1:20). Dergleichen mit Weizen (starker Trigger), Soja, Erdnüsse, Fleisch (vor allem: Schweinefleisch). Nicht zu kalt, nicht zu scharf uvam …

    Ich weiß nicht, ob es möglich ist, das im Krankenhaus anzuwenden. Sicher seid ihr sehr unter Druck was Zeit und Kosten anbelangt.
    Doch wenn man so motiviert ist wie Du, dann helfen schon kleinste Schritte. Danke Dir für Deine Hilfe an den Kleinsten, an der Gesellschaft.

  2. Claudia Eichhorn

    Mit Interesse habe ich Deinen Beitrag gelesen und werde das Thema Haut mal mit zur Arbeit nehmen. Ich arbeite in einem Kinderkrankenhaus und wir haben oft Kinder mit ganz fürchterlichen Hauterkrankungen bei uns. Ich werde die Therapie dazu nicht revolutionieren, das steht mir nicht zu, aber ich werde den möglichen Zusammenhang zwischen Ernährung und Hautproblemen bei den Kleinen mal anmerken. Danke dafür und alles Gute weiterhin! Claudia

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