WHO fordert Länder auf, die Zuckeraufnahme bei Erwachsenen und Kindern zu reduzieren, Pressemittteilung vom 04.03.2015 – wo stehen wir 2022

Ernährungsberaterin Hamburg

WHO fordert Länder auf, die Zuckeraufnahme bei Erwachsenen und Kindern zu reduzieren, Pressemittteilung vom 04.03.2015 – wo stehen wir 2022

 

Zitat WHO: “Wir haben solide Beweise dafür, dass die Aufrechterhaltung der Aufnahme von freiem Zucker auf weniger als 10% der Gesamtenergieaufnahme das Risiko von Übergewicht, Fettleibigkeit und Karies reduziert”, sagt Dr. Francesco Branca, Direktor der WHO-Abteilung für Ernährung für Gesundheit und Entwicklung.” War das nicht schon viel früher bekannt? Und vor allem, muss die Zuckeraufnahme, auf Grund von vielen Zivilisationskrankheiten in Deutschland nicht noch mehr reduziert werden?

Die WHO-Leitlinie bezieht sich im Übrigen nicht auf den Fruchtzucker in frischem Obst und Gemüse und dem Milchzucker, der natürlicherweise in Milch vorkommt, da es keine Hinweise auf nachteilige Auswirkungen des Konsums dieser Zuckerarten geben soll.

Achtung liebe Leser; ein Großteil des heute konsumierten Zuckers ist in verarbeiteten Lebensmitteln “versteckt”, die normalerweise nicht als Süßigkeiten angesehen werden. Zum Beispiel enthält 1 EL Ketchup etwa 4 Gramm (etwa 1 TL) freien Zucker. Da könnte man unzählige Beispiele aufzählen. Der Trick der Lebensmittelindustrie ist, den Zucker nicht so offensichtlich in der Zutatenliste darzustellen. Manchmal klingen diese Zuckernamen sogar regelrecht gesund. Zum Bsp. Milchzucker gibt es nicht nur in Milch, sondern wird auch anderen Lebensmitteln zugeführt oder Fruchtsüße hört sich doch auch gesund und lecker an, wird aber von der Industrie vielfach als Zuckerzusatz verwendet und das fatale ist, wir merken die Mengen nicht, nehmen Zucker unkontrolliert zu uns. Die Lebensmittelgiganten in Deutschland bzw. weltweit, lassen sich schon etwas einfallen, weil sie genau wissen, dass der Haushaltszucker schon länger in Verruf geraten ist und die Menschen, zumindest für diese Zuckerart, eine gewisse Sensibilität entwickelt haben.

Wo stehen wir heute? Wir konsumieren in Deutschland pro Kopf 34 kg Zucker im Jahr!

Täglich verputzen wir also fasst 100g Zucker. WOW !! Und ich vermute viele sind auf Grund des Kaufs von verarbeiteten Lebensmitteln deutlich drüber. Zum Vergleich, vor 100 Jahren hatten wir einen pro Kopf Verbrauch von 30 kg Zucker. Im Jahr 1840 lag der Zuckerkonsum bei sage und schreibe 2,5 kg Zucker pro Kopf. Also kein Wunder, dass wir in Deutschland mit so vielen Zivilisationskrankheiten zu kämpfen haben und unser Gesundheitssystem überlastet ist. Wir züchten geradezu Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas, schlechte Cholesterinwerte und Fettstoffwechselstörungen. Die Liste der von Zucker ausgelösten Krankheiten ist ellenlang. Könnte uns da eventuell eine Zuckersteuer, wie in England, helfen? Fragte mich jemand auf Instagram. Ich denke ja, wie ist deine Meinung? In England beurteilen inzwischen 60 Prozent der Getränkehersteller die 2018 eingeführte Zuckerabgabe auf Softdrinks inzwischen positiv. Nur zehn Prozent sehen negative Effekte. Und dort hat man sich anfangs auch gegen die Zuckersteuer gewehrt, wie es aktuell auch die deutschen Unternehmen tun. Meiner Meinung nach sollte diese Steuer eingeführt werden, schreibe mir gerne deine Meinung zu dem Thema unter diesen Beitrag.

Übrigens wer denkt, er könnte jetzt auf Süßstoffe umsteigen, dem würde ich davon abraten. Vielleicht könnte man es als Übergang, mit dem Ziel irgendwann zuckerfrei zu sein, erstmal gelten lassen, aber nur, wenn keine Krankheiten am Start sind. Sie sind keine wirkliche Alternative, denn Süßstoffe fördern ebenfalls die Gier nach Süßem! Über unsere Rezeptoren im Mund und dem süßen Geschmack der im Gehirn chemische Moleküle freisetzt, sind Austauschstoffe nicht empfehlenswert. Gerade wenn man aus gesundheitlichen Gründen den Zucker weglassen muss oder möchte, sollte man sich das genau überlegen.

Ich habe vor Corona und Home Office Zeit 2 Jahre zuckerfrei gelebt und weiß genau, was das heißt auf Zucker und Zuckerersatzstoffe zu „verzichten“. Für mich war es damals herrlich und überhaupt kein Verzicht, doch mentaler Stress kann extreme Lust auf Zucker machen und so ging es mir dann ab Tag 1 2020 im Home Office, es war wirklich nervig. Aber ab Januar 2022 bin ich nun wieder komplett zuckerfrei und Du kannst das auch!! Wenn Du aus der Zuckerfalle raus möchtest und brauchst Ideen für deine Ernährungsumstellung, dann melde Dich bei mir. Es geht nicht darum deine Ernährung sofort und gleich über den Haufen zu werfen, es sei denn, du musst krankheitsbedingt auf Zucker verzichten, dann würde ich eine sofortige Ernährungsumstellung empfehlen. Ansonsten hole ich dich erstmal da ab, wo du gerade ernährungstechnisch stehst und wir entwickeln ein alltagtaugliches Konzept, wie du von dieser Droge runterkommst. Es geht darum ein Gefühl für Zucker in Lebensmitteln zu entwickeln. Zum Beispiel, was genau esse ich da eigentlich, was steht auf der Zutatenliste, wie und wo kann ich zukünftig einkaufen und was kann ich am Tag essen. Kleine Schritte, kleine Ziele und vor allem sich entspannt dem Thema nähern. Mein erster Gratis-Tipp an Dich, fang an Dich mit Zucker auseinanderzusetzen. Das habe ich auch am Anfang meiner ersten zuckerfreien Zeit gemacht. Mein erstes Buch, welches ich dazu gelesen habe und was noch heute meine „Zuckerfibel“ ist, ist das Buch von Damon Gameau „voll verzuckert“. Super anschauliches Buch! Aber auch das Video hat es in sich und ist gespickt mit tollen Hintergrundinformationen zum Thema Zuckerkonsum. Allein sein Experiment 60 Tage pro Tag 40 Teelöffel Zucker zu essen, ist total verrückt, macht aber auch deutlich, wie wir mit unserem Körper umspringen. Diese Menge Zucker verputzen übrigens die Australier.

Das Zitat von Herrn Stefan Kabisch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke fand ich bemerkenswert, “ Unser Körper kann komplett ohne zugesetzten Zucker auskommen. Ein radikaler Zuckerverzicht wäre keine besondere Stresssituation für unseren Stoffwechsel.“ Unser Körper verwandelt die von uns aufgenommenen Kohlenhydrate in Zucker und das reicht unserem Organismus. Wenn das nur jeder verinnerlichen würde. Die Nebenwirkungen beweisen übrigens, dass der Zucker in unserem Körper wie eine sanfte Droge wirkt. Bei Zuckerzufuhr wird im Gehirn das Belohnungssystem aktiviert und auch deshalb wollen wir immer mehr von der süßen Droge bis wir schließlich abhängig und süchtig nach Zucker sind.

Ich verlinke Dir zum Thema Zucker 3 Studien. Es gibt so viele Infos zu dem Thema, aber so kannst Du Dir wenigstens schonmal ein kleines Bild machen. Wenn Du schon ohne Zucker zurechtkommst, dann schreibe mir gerne deine Erfahrungen, das hilft anderen Lesern Ihren Zuckerkonsum eventuell zu überdenken oder ganz auf Zucker zu verzichten?! Danke.

Zuckersucht: Der Stand der Wissenschaft (nih.gov)

UZH – Media – Konsum von zugesetztem Zucker verdoppelt Fettproduktion nachhaltig Uni Zürich

Journal of Health Monitoring | 1/2018 | Konsum zuckerhaltige Getränke – KiGGS Welle 2 (rki.de)

 

Macht was draus, bleibt neugierig und gesund.

 

Eure Ernährungsexpertin, Anke

 

4 Comments

  1. Andrea, "Pio"

    Hallo Zusammen! Ja, auch ich bin mit in die Challenge eingestiegen. Und es ist sooooo schwer. Meine Güte. Mit Mann und Kind in der täglichen “Mitversorgung” und dem Home Office sind, neben mir selbst 😉 weitere Steinchen im Weg. Ich esse oft und gern, um Frust und Stress zu kompensieren. “Emotionales Essen” nennt man das, oder? Ich versuche daher, es langsam anzugehen. Geregelte Mahlzeiten, nichts zwischendurch. Und beim Essen/Kochen mehr auf meine Wünsche zu achten. Wenn es nicht anders geht, dann gibt’s ne Extra Wurst für mich. Mit dem Sport haben ich tatsächlich auch wieder ernsthafter angefangen. Und das ist für mich der absolute Stresskiller. Ich werde langsam ausgeglichener, suche keinen Ersatz mehr und merke, wie gut es mir tut. Ich bin noch nicht so weit, Zucker komplett zu ersetzen. Aber ich nehme ihn nicht mehr zusätzlich zu den Mahlzeiten zu mir. Und darauf bin ich mega stolz!!!

    1. anke wiessmann

      Hallo liebe Pio, erstmal vielen lieben Dank für dein offenes Statement und super, dass Du bei meiner zuckerfreien Gesundheits-Challenge auf Instagram mitmachst. Du gehst für Dich den ersten Schritt und das ist das Wichtigste! Wie diese Stepps schlussendlich aussehen ist völlig egal, die Hauptsache ist, dass es sich für DICH gut anfühlt. Klar, mit Familie ist das nochmal ein Stück schwerer, aber ich denke machbar und Du bist ja auf dem Weg 😉 Als Ursachen für das Frustessen haben Forscher übrigens unsere schnelllebige Zeit und unsere Jobs ausgemacht. Dieses höher weiter schneller tut vielen nicht gut und viele Menschen leben mit Jobs, die sie nicht erfüllen. Das ist auch ein Motiv, wie auch negative Emotionen und gesellschaftliche Konflikte mit Menschen ein Auslöser sein können. Wenn wir alle mehr in unserer Herzenergie leben würden und unsere Bedürfnisse (be)achten würden, wären wir zufriedener und würden nicht so viele Menschen mit Übergewicht und anderen Krankheiten in unserer Gesellschaft haben. Ich begrüße sehr, dass Du mit Sport wieder angefangen hast, denn das ist der Killer Nr. 1 gegen Stress. Ich kann es nur empfehlen und ich bin auch fast jeden Tag mit irgendeinem Sport in Gange und kann Dir nur zustimmen, dass man sich danach einfach ausgeglichener fühlt. Allerdings ist neben der Anspannung auch immer die Entspannung wichtig. Zeit für schöne Musik, ein gutes Buch oder eine Tasse mit seinem Lieblingstee. Das Du Zucker noch nicht ganz weglässt ist völlig in Ordnung, jeder ist individuell und hat SEINEN Weg. Stepp by Stepp kann da durchaus nachhaltiger sein. Ich drück Dir auf jeden Fall weiterhin die Daume, denn unser Körper und unsere Seelen brauchen keinen zugesetzten Zucker, sie brauchen natürlich gesunde Nahrungsmittel. Ich bin auch stolz auf Dich, dass Du es bis hierher geschafft hast und wir haben ja noch 1 Woche und dann ziehen wir gemeinsam ein Fazit, bin gespannt. LG, Anke 😉

  2. Claudia Eichhorn

    Liebe Leser von Ankes Blog, eine Website oder ein Blog lebt ja bekanntlich von Kommunikation und vom Austausch von Erfahrungen. Ich möchte mit Blick auf die laufende Challenge von Anke auf Instagram, mal meine Erfahrungen während meiner bisherigen zuckerarmen Zeit kundtun, vllt entsteht daraus ein Austausch, von dem manch einer (auch ich) noch was mitnehmen kann. Anke‘s zuckerfreie/-arme Challenge läuft ja seit Beginn diesen Jahres, ich, Claudia (45 Jahre) habe tatsächlich bereits kurz vor Weihnachten damit begonnen. Ausschlaggebend war die erschreckende Erkenntnis, dass ich mich gefühlt täglich mit dem Esslöffel im Glas einer bekannten Nuss-Nougat Creme wiederfand. Ich bin ein Mensch, der dann nicht langsam etwas verändert, sondern radikal vorgeht. Ähnlich ist schon der Beginn des Nichtmehrrauchens vor 17 Jahren gewesen. Klar, vor Weihnachten ein extrem krasser Schritt, aber, wie ich finde, machbar. Ich habe mich zu Beginn schon beim Einkauf damit auseinandergesetzt, wo drin sich genau Zucker befindet und überlegt, was ich bisher gegessen und getrunken habe. Eigentlich erstaunlich und krass, wo überall in unterschiedlichsten Formen Zucker zu finden ist. Anke wird dazu vllt noch den einen oder anderen Tipp geben können. Ich habe festgestellt, dass für eine kurze Zeit das Verlangen nach ‚Süß‘ sehr groß war, dem entgegen gehalten habe ich mit Sport. Radfahrern, Schwimmen, Walken. Mit Bitterstoffen bin ich noch nicht wirklich warm geworden, Zähneputzen wirkt aber hervorragend, sobald das Verlangen übermächtig wird. Somit kann ich mittlerweile ein Minus von 5 kg auf der Waage verbuchen, wobei Zuckerreduzierung im Fokus stand und nicht Gewichtsreduzierung. Aber das nimmt man ja gerne mit. Ja, auch ich nasche manches Mal ein Stück Schoki, aber das ist ein kleines Stück und dann voller Genuss und nicht mehr der Esslöffel im Nuss-Nougat Glas. 😅

    1. anke wiessmann

      Liebe Claudia, erstmal vielen lieben Dank für deinen ausführlichen und informativen Bericht und dem Einblick in deine zuckerarme/-freie Zeit. 5kg weniger auf der Waage sind beachtlich, herzlichen Glückwunsch! Ich kenne übrigens auch das Gefühl, ständig im Nutella Glas (Werbung ohne Geld) zu löffeln, was allerdings schon mindesten 20 Jahre her ist. Meisten kam der Heißhunger bei mir aus Liebeskummer oder anderem mentalen Stress. Tatsächlich bin ich auch ein Mensch, der sofort Dinge umsetzt, wenn sie für mich Sinn ergeben, so wie Du auch gleich mit “Zucker weglassen” begonnen hast. Super und genau richtig, finde ich die Information, dass Du Dich schlau gemacht hast, in welchen Lebensmitteln – die Du immer einkaufen gehst – steckt überhaupt Zucker drin und wieviel. Da kommt man ganz schön ins grübeln, wenn man das erste Mal die Zuckernamen in der Zutatenliste studiert und die Angaben in der Nährwerttabelle. Man kann sich leicht merken, 4g Zucker gleich 1 TL, so kann man sich das besser bildlich vorstellen, wieviel Teelöffel eigentlich in den Produkten stecken. Und du hast richtig erkannt, fast überall ist zugesetzter Zucker, offensichtlich oder versteckt, enthalten. Der erste Tipp von mir wäre also immer, mach Dich selber zu einem Zuckerexperten! Ebenfalls wichtig, dass Du und alle die hier mitlesen auf die Zusammensetzungen Eurer Mahlzeiten achtet, da sind – auch wenn Du noch keinen Zugang dazu hast – Bitterstoffe in der Nahrung elementar. Es muss nicht zwingend das Bitterspray oder die Bittertropfen sein, denn es gibt genügend Lebensmittel die Bitterstoffe enthalten. Streng genommen bräuchten wir, meiner Meinung nach, nur komplexe Kohlenhydrate, um uns mit Energie zu versorgen, wie zum Beispiel viel Gemüse, Obst, Kartoffeln, auch gerne Nudeln oder Vollkornbrot. Unser Körper und unser Gehirn kommen gut ohne den zusätzlichen Süßkram klar. Übrigens auch das Zähne putzen, was Du erwähnst, ist eine super Ablenkung vom Heißhungergefühl oder eben der Sport. Viel klares Wasser ohne Kohlensäure und ungesüßte leckere Tees trinken wäre auch noch eine Idee. Hut ab, dass Du schon 17 Jahre ohne Zigaretten auskommst, das ist mal ne Leistung. Wie bei Zucker auch, spielt auch beim Rauchen der Wille mit. Ich denke, wenn man etwas unbedingt möchte und auch für sich einen Sinn darin erkennt, sei es aus gesundheitlichen Problemen oder anderen Herausforderungen heraus, schafft man das auch. Also ein weiterer Tipp von mir, kreiere dein WARUM, weshalb denkst Du ohne Zucker leben zu wollen? Weshalb möchtest Du ihn weglassen? Hast Du ein starkes WARUM, dann lässt Du Dich von deinem zuckerfreien/-armen Weg nicht abbringen. Eine persönliche Ergänzung meinerseits; jeder versteht unter Zuckerfrei oder Zuckerarm etwas anderes. Ich habe die Definition auf Instagram schon mal veröffentlicht, mein zuckerfreies Leben definiert sich so, ohne Haushaltszucker und ohne jegliche Zuckerersatzstoffe. Aber wie schon erwähnt, jeder kann das Thema zuckerfreie Ernährung langsam und in seinem Tempo angehen, Hauptsache Ihr macht den ersten Schritt!

      Zuckerfreie Grüße, von Anke

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